Demenz im Alltag

Speise und Wochenplan als Orientierung bei Demenz
Als Angehöriger von dementen Menschen erhalten Sie hier wertvolle Informationen und Tipps für die Betreuung zu Hause. Sie können das Konfliktpotenzial mit einfachen Mitteln reduzieren.

Hilfe –

Demenz bringt mich an meine Grenzen

In diesem Artikel über Demenz möchte ich Euch gerne ein Thema vorstellen, welches uns alle früher oder später betreffen wird und mir deshalb auch privat sehr am Herzen liegt.

Wir alle haben sicher schon von Paradebeispielen, wie zum Beispiel einer Stadt für demenzkranke gehört, in der sich die Menschen in einer eigen, für sie geschaffenen Stadt, frei und sicher bewegen können. Eine abgesperrte Stadt, mit eigenem Einkaufsladen, Bäcker und Busverkehr, in der sämtliche Angestellte auf Demenz geschult sind.

Für uns Angehörige bleibt dies wohl noch lange Zeit eine Traumvorstellung.

Da dies ein sehr sensibles Thema ist, möchte ich euch gerne ein paar wertvolle Fakten und Tipps mit auf den Weg geben. Am Ende dieses Beitrags habe ich euch außerdem einige Möglichkeiten aufgezählt, wie Ihr eure Liebsten fördern und auch beschäftigen könnt.

Demenz Leugnen

In der Anfangsphase versuchen unsere Liebsten noch mit allen Mitteln die beginnende Demenz zu überspielen. Oft dauert es deshalb auch ziemlich lange, bis wir überhaupt einmal einen Gedanken an Demenz verschwenden.

Demenz kann man zwar an sich nicht heilen, aber man kann immerhin durch gezielte Angebote und Beschäftigungsangebote neue Verknüpfungen im Gehirn schaffen und alte Verknüpfungen verbessern.

Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen, stellen wir uns am besten mal einen Trampelpfad vor. Gehen wir immer und immer wieder den selben Weg, dann baut sich der Trampelpfad immer besser aus, nehmen wir allerdings Abkürzungen, dann entstehen neue, kleinere Wege. Es entstehen also so zu sagen neue Verknüpfungen.

Richtige Kommunikation bei Demenz

Die richtige Kommunikation im Umgang mit dementen Menschen ist ein wesentlicher Beitrag, um hier das Konfliktpotenzial zu minimieren. Hier sollten wir uns auch immer wieder vor Augen führen, dass unser Gegenüber sich nicht absichtlich so verhält, oder uns sogar ärgern möchte, sondern dass er/sie ganz einfach keine andere Möglichkeit mehr hat. Die Person beginnt immer wieder von der Vergangenheit zu erzählen und wiederholt sich sehr häufig. Einfache Begriffe und Zusammenhänge werden einfach vergessen und sind aktuell einfach nicht mehr abrufbar. Dies sollten Sie sich immer wieder vor Augen führen, um sensibel mit dieser neuen Situation umzugehen.

Wieso macht dieser Mensch das?

Demenz ist wie eine Zeitmaschine. Das Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr wie früher.

Kommunikation bei Demenz

Wir können unsere Liebsten ganz einfach unterstützen, indem wir im Gespräch kurze und einfach Sätze verwenden und Fremdwörter vermeiden. Unser Gesprochenes können wir hierbei mit Mimik und Gestik verdeutlichen. Außerdem sollten wir auch nicht widersprechen, sondern eher gekonnt und einfühlsam vom Thema ablenken.

Eigene Grenzen ernst nehmen

Wenn Sie merken, dass auch Sie mal an Ihre Grenzen kommen, seien Sie bitte nicht so hart mit sich selbst. Denn auch dies ist eine völlig normale Reaktion in solch einer doch sehr ungewohnten Situation. Manchmal wirkt es bereits Wunder, wenn wir kurz den Raum verlassen, um ein paarmal tief durchzuatmen, um danach wieder frisch gestärkt zurück zu kehren. Es hilft ungemein, immer wieder gedanklich einen Perspektivwechsel durchzuspielen und sich in die Situation des anderen hineinzuversetzen. Ebenso ist es manchmal auch hilfreich einen anderen Vertrauten, oder Familienangehörigen zu bitten, die Betreuung für eine Weile zu übernehmen, um selbst wieder zu Kräften zu kommen.

In einem weiteren Blogeintrag von mir finden Sie eine Anleitung, wie Sie mit wenig Materialeinsatz, kostengünstig einen Anti – Stressball basteln können. Vielleicht käme dies ja sogar als Gruppenarbeit mit der dementen Person für Sie infrage? Ein solcher Anti – Stressball ist eine wunderbare Möglichkeit, um durch einfaches Kneten und quetschen Stress abzubauen.

Gestaltung der Räume

Mit Fortschreiten der Erkrankung fällt es den Menschen immer schwerer, Gefahren richtig einzuschätzen. Wir sollten also die Laufwege möglichst freiräumen, um die Unfallgefahr zu minimieren. Es empfiehlt sich, Stolperfallen, wie zum Beispiel lose Kabel, zu entfernen. Im Badezimmer bieten sich zum Beispiel Haltegriffe und Anti – Rutsch – Matten an. Für die Nacht gibt es spezielle Nachtlichter und zur allgemeinen Sturzvorsorge stehen Uhren mit Alarmfunktion zur Verfügung. Sollte es dennoch mal zu einem Sturz kommen, ist ein spezielles Schloss mit Not und Gefahrenfunktion hilfreich. Hiermit sind Sie in der Lage jede Türe zu Öffnen, selbst wenn sich bereits ein Schlüssel im Schloss befindet. Um das Einschalten des Herdes zu verhindern, können spezielle Herdschutzknöpfe installiert werden.

Unterstützen, fördern und beschäftigen

Auch Menschen mit Demenz können unterstützt, gefördert und beschäftigt werden. Im folgenden möchte ich Ihnen gerne einige Ideen für die Umsetzung zu Hause vorstellen.

Alltag Strukturieren durch Wochenplan

Hier kann ich Ihnen eine Alternative anbieten, die man ohne große Kosten selbst entwerfen kann, indem man ein Plakat gestaltet. Man nehme ganz einfach ein großes Plakat und zeichnet die Wochentage auf. Das Ganze wird wie eine Art Stundenplan gestaltet. Mit einem Klettband werden unter die Tage Bilder geklebt. Somit ist der Wochenablauf gut überschaubar. Das Plakat kann ebenso als Essensplan gestaltet werden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Man kann die Person beim gemeinsamen Kochen mit einbeziehen, oder auch gemeinsam einkaufen gehen. Hierbei ist es sinnvoll, die Person selbstständig nach dem Einkaufszettel einkaufen zu lassen. Eingreifen sollten Sie hier nur, wenn es absolut nötig ist.

Aktivitäten

Überlegen Sie sich welche Hobbies die Person früher hatte und versuchen Sie diese anzubieten. Z.B. lassen Sie Musik laufen, spielen Sie Klavier, holen Sie einen Hund zu Besuch, oder stricken Sie gemeinsam. Um alte Erinnerungen zu wecken, können Sie gemeinsam Fotos anschauen und über die Fotos sprechen.

Hilfsmittel Empfehlungen bei Demenz

Da es sehr viele gute, wie auch schlechte Anbieter gibt, habe ich in den folgenden Links Beispiele und meine persönlichen Empfehlungen für Sie gelistet.

GRAVITY TherapieDecke Gewichtsdecke

Diese Decken eignen sich bei innerer Unruhe ganz besonders als Einschlafhilfe bei: Demenz, Depression, Angststörung, ADHS, Autismus. Das Gewicht der Decke wirkt beruhigend und gibt ein geborgenes Gefühl. Da jeder Mensch ein anderes Empfinden hat und nicht jeder Mensch eine Gewichtsdecke als angenehm empfindet, empfehle ich diese einfach mal auszuprobieren und gegebenenfalls wieder zurück zu senden.

Diese Decke nutze ich persönlich auch und habe sehr gute Erfahrungen damit gesammelt.

Reizstromgerät zur Schmerzlinderung

Dieses Gerät durfte ich während meiner eigenen Reha in Bad Rappenau kennenlernen und ich habe als Schmerzpatientin sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Momentan sogar zum halben Preis 😉

GPS-Notfallknopf für Senioren

Senioren-Notruf-Telefon mit Funk-SOS-Sender

Haltegriffe für die Badewanne

Rutschfeste Matten für die Badewanne

Schloss mit Not und Gefahrenfunktion: folgt

Herdschutz: folgt

Demenz Puzzle

Hier gibt es unterschiedliche Motive, die Sie ganz individuell auf die Interessen anpassen können. Das besondere an solch einem Puzzle ist, dass es große und wenig Teile hat. Im folgenden habe ich Ihnen zwei Beispiele für Demenz Puzzle. Selbstverständlich können Sie als Alternative auch ein ähnliches Kinderpuzzle verwenden.

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