Herausforderndes Verhalten:

Sie fragen sich, ob das Verhalten Ihres Kindes normal, der sogar auffällig ist? Ob Ihr Kind vielleicht sogar ADHS, oder Autismus hat? In diesem Blogbeitrag werden wir auf diese Fragen etwas genauer eingehen.

Ist mein Kind verhaltensauffällig?

Hat es ADHS, oder ist Autist?

Diese, oder ähnliche Fragen haben sich so ziemlich alle Eltern schonmal gefragt. Spätestens dann, wenn das Kind beim Einkaufen wieder einmal trotzend den ganzen Laden zusammen schreit und wir am liebsten im Erdboden versinken würden.

Aber warum ist mein Kind so? Und vor allem, zählt dieses Verhalten noch zur Normalität, oder ist es bereits eine Verhaltensauffälligkeit?

Leider werden Kinder heut zu Tage viel zu leicht in irgendeine Schublade gesteckt, obwohl sich dieses Problem in den meisten Fällen ganz logisch erklären lässt und sich mit der Zeit sogar von selbst auflösen kann.

Im folgenden Beitrag möchte ich Ihnen erklären, weshalb Kinder herausforderndes Verhalten an den Tag legen.

Mögliche Symptome

  • Fremdaggressivität
  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Vandalismus
  • Stereotypisches Verhalten
  • Essstörungen
  • Rückzug
  • Einnässen, Einkoten
  • Sexualisiertes Verhalten

Gründe, die wir nicht verstehen

Kinder unter 6 Jahren sind nur äußerst selten aus Boshaftigkeit aggressiv: Dahinter stecken Gründe, die wir oft nicht verstehen.

  • Kinder können sich zunächst nicht in andere Personen hineinversetzen.
  • Kleinkinder kennen nur ihre eigenen Wünsche.
  • Sie verstehen nicht, dass andere Menschen andere Pläne, oder Gefühle haben.
  • Kinder können erst ab ca. 4 Jahren Empathie empfinden.
  • Kinder fehlen in Konflikten oft die Worte. Je besser Kinder sprechen können, desto weniger aggressiv sind sie, weil sie Konflikte besser lösen können.
  • Kinder können emotionale Impulse noch nicht richtig steuern. Sie lernen erst mit der Zeit ihre Gefühle zu kontrollieren.
  • Das kindliche Gehirn ist zu dieser Zeit noch nicht richtig ausgereift.

Reagiert ein Kind also aggressiv, verurteile es nicht direkt, sondern versuche sein Verhalten zu verstehen.

Die 3 Gehirnareale

Jeder Mensch hat 3 Gehirnbereiche mit unterschiedlichen Funktionen

  • Reptiliengehirn: Das Reptiliengehirn kontrolliert die Körperfunktionen und Verhaltensweisen, die zum Überleben notwendig sind.
  • Säugergehirn: Hier befindet sich das emotionale Gehirn, welches für Kampf, Flucht, Angst, Fürsorge, Bindung und den Spieltrieb zuständig ist.
  • Rationale Gehirn: Das rationale Gehirn nimmt mit ca. 85 % den meisten Platz ein. Das rationale Gehirn ist für die Kreativität, das Vorstellungsvermögen, logisches Denken, Reflexion und Anteilnahme zuständig. Erst wenn dieser Teil richtig ausgebildet ist, ist das Kind dazu in der Lage andere Gehirnareale bewusst zu steuern. 90 % der Vernetzung des rationalen Gehirns findet in den ersten 5 Lebensjahren statt.

Wie handeln wir richtig?

  1. Versuche die Ursachen zu verstehen: Uns erwachsenen fällt es schwer, die kindliche Reaktion zu verstehen.
  2. Machen Sie sich bewusst: Das rationale Gehirn des Kindes ist noch nicht ausreichend ausgereift, um Impulse zu kontrollieren.
  3. Das Verhalten des Kindes ist nicht aus Frechheit, oder Trotz so: Das Kind verhält sich so, weil das Gehirn des Kindes unreif ist. Die Impulskontrolle fehlt.
  4. Richtig handeln: Fördern Sie das Kind, anstatt zu schimpfen. Die Erfahrungen, die ein Kind in den ersten Lebensjahren durchlebt, bewirkt eine Vernetzung im Gehirn.
  5. Wie kann ich diese Vernetzung fördern: Durch die Befriedigung der Grundbedürfnisse, durch eine feste und zuverlässige Bindung, Zuverlässigkeit und durch einen strukturierten Tagesablauf. Dies führt dazu, dass die Selbstregulation gefördert wird. Die Kinder können besser mit Wut und Stress umgehen und haben weniger Probleme Beziehungen einzugehen.

Wie senke ich das Erregungsniveau

  • Reagiere ruhig: Reguliere dich, denn wenn du dich aufregst, bewirkst du nichts. Atme bewusst ein und aus.
  • Halte Abstand: Wenn das Kind zurück weicht, weiche ebenfalls zurück und gehe nicht auf das Kind zu. Stelle dich seitlich und nie gegenüber. Dies wirkt auf das Kind weniger provokativ.
  • Sprich ruhig: Schreie nicht und sprich ruhig. Sprich vor allem nicht über das unerwünschte Verhalten, sondern über etwas anderes. Das Kind steigert sich sonst nur noch weiter hinein.
  • Tausche die Rolle: Jemand anderes kann die Situation im Moment vielleicht eher entspannen.
  • Vermeide Blickkontakt: Blickkontakt bedeutet Stress. Schaue also wo anders hin. Fordere das Kind niemals auf dir in die Augen zu schauen.
  • Demonstriere keine Stärke: Mach dich nicht groß und spanne deine Muskeln nicht an. Du musst keine Autorität ausstrahlen, sondern versuchen das Verhalten des Kindes zu verstehen.
  • Billard – Trick: Lenke von der angespannten Situation ab, indem du mit jemand anderem über etwas anders sprichst.
  • Warte: Lass dem Kind Zeit, sich selbst wieder unter Kontrolle zu bringen.
  • Vermeide Berührungen: Wenn es sein muss, lenke Bewegungen um und lass wieder los.
  • Setze dich hin: Im Sitzen nimmst du weniger Platz ein, deine Muskeln sind entspannt und du wirkst ruhiger. Außerdem begegnest du dem Kind auf Augenhöhe. Bleibe dennoch mobil und bringe dich nicht in Gefahr.
  • Gib nach: Pass dich den Anforderungen an und bestehe nicht auf etwas. Dies verstärkt das unerwünschte Verhalten nicht.
  • Lenke ab: Spiele etwas, lies eine Geschichte vor, biete einen Schokoriegel an. Auch dies ist kein Verstärken, sondern entschärft die angespannte Situation.

Ursachen für dieses Verhalten

  • Provokation
  • Etwas einfordern
  • Etwas ablehnen
  • Krise
  • Missverständnis

Alternativen anbieten:

Beobachten: Wann wird das unerwünschte Verhalten gezeigt und was sind die Auslöser? Wie kann ich diese Auslöser umgehen? Welche Alternativen kann ich bieten?

Umfeld: Reflektieren Sie sich selbst. Was können Sie selbst verändern? Wie können sie stattdessen besser reagieren? Müssen Sie Ihre Anforderungen eventuell herunter schrauben?

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